Lamas – was sind das für Tiere?

Lamas und Alpakas gehören zur Familie der Kamele und haben ihren Ursprung in Südamerika. Es gibt die sogenannten „Altweltkamele“, zu denen das Trampeltier und das Dromedar zählen und die „Neuweltkamele“, zu denen das Lama, Alpaka, Guanako und Vikunja gehören. Diese neugierigen Tiere gibt es in fast allen Farbvariationen und Größen, getupft, gesprenkelt, mit langem oder kurzem Haar. Lamas zählen zu den ältesten Haustieren der Welt und wurden vor ca. 7000 Jahren von den Inkas domestiziert. Sie glaubten, dass die Tiere eine Verbindung zu den Göttern haben. Die Inkas züchteten das großrahmige Lama als Lastentier und das kleinere Alpaka als Lieferant für Wolle.

Lama_Alpaka_Welchnofen_Trekking_CarezzaObwohl viele Menschen Lamas und Alpakas schlecht auseinanderhalten können, ist der Unterschied im direkten Vergleich klar sichtbar.

Neuweltkameliden sind Herdentiere d.h. es müssen immer mindestens 2-3 Tiere zusammen gehalten werden. Kein noch so intensiver menschlicher Kontakt kann das Zusammenleben mit Artgenossen ersetzen.
Das Lama lebt gerne in einem offenen Stall, wo es Sommer wie Winter auf die Weide kann. Da diese Tiere keine Hufe sondern weiche Sohlen haben, verursachen sie auf den Wiesen keine Trittschäden. Das Grundnahrungsmittel der Lamas ist Gras und Heu, sowie einige Mineralsalze als Ergänzung zum rohfaserreichen Futter. Anders als ihre höckrigen Verwandten die Trampeltiere und Dromedare benötigen Lamas täglich frisches Wasser. Lamas können ein Stockmaß (Schulterhöhe) von 130cm und ein Gewicht von bis zu 200kg erreichen. Das Lama muss, je nach Bewollung jährlich oder mindestens alle 2 Jahre geschoren werden. Auch das regelmäßige Kürzen der Zehennägel gehört zur Pflege der Tiere. Die Lebensdauer von Neuweltkameliden liegt bei ca. 20 Jahren.

Wir verstehen uns als Lamahalter, denen das Wohl der Tiere über dem kommerziellen Interesse steht. Nur so kann gewährleistet sein, dass den Tieren mit einem Maß an Wertschätzung begegnet wird, das diese verdienen. Das wiederum ist eine wesentliche Voraussetzung für artgerechte Haltebedingungen!

 

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Faszination Lama

Lamas begeistern durch ihre edle Erscheinung, ihre neugierige, aber dem Menschen in der Regel sehr zurückhaltende Art und ihr sanftes Wesen. Als besondere Eigenschaften gelten ihr weiches Vlies und ihre großen Augen. Für viele Menschen sind Lamas und Alpakas immer noch seltene Exoten aus einer fernen Welt. Das weckt das Interesse auch bei Menschen, die sonst eher keinen Zugang zu Tieren finden.
Lamas können als dekorative Landschaftspfleger, als Hobby-, Zucht- oder Therapiebegleittiere gehalten werden. Schon zu Zeiten der Inkas trugen sie die Lasten der Menschen auf ihrem Rücken und werden auch heute noch bei Wanderungen oder Trekkings als Lastenträger eingesetzt. Sie sind überaus intelligente, aufmerksame und sensible Weggefährten, wirken entspannend und ausgleichend auf den Menschen.

 

 

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Wie ist das mit dem Spucken??

Ja, Lamas spucken!
Dieses Verhalten wird bei Rangordnungskämpfen oder beim Streit um Futter gezeigt. Da Lamas mit Beißen oder Treten ihren Gegnern oder Futterkonkurrenten nicht viel anhaben können, bespucken sie diese eben mit Mageninhalt. Wer schon einmal angespuckt wurde weiß, wie effektiv diese Strategie ist. Stuten zeigen dieses Verhalten auch, um ihr Fohlen zu beschützen oder in die Schranken zu weisen. Lamas spucken nur sehr ungern auf Menschen, es sei denn sie fühlen sich bedroht oder werden unangenehmen Prozeduren (z.b. Blutabnahme) unterzogen.

Kann man auf Lamas reiten?

Nein, auf Lamas kann man nicht reiten. Auch wenn auf manchem Internetvideo der eine oder andere südamerikanische Llamero beim Reiten auf einem Lama zu sehen ist, sind diese Tiere nicht zum Reiten geeignet. Ihr Körperbau lässt eine punktuelle Belastung der Wirbelsäule nur ungern zu. Daher tragen Lamas unser Gepäck auf Packsättel, die das Gewicht links und rechts der Wirbelsäule gleichmäßig verteilen.

 

 

Literaturhinweise:

Rappersberger, G. (2008). Lamas und Alpakas. 2. Auflage. Ulmer

Gauly, M. (2011). Neuweltkameliden. Haltung, Zucht, Erkrankungen. 3. Auflage. Enke

Trah, M. (2010). Alpakas und Lamas. Die Nutzung domestizierter Neuweltkameliden. Lamas Verlag.